Dielen aus Thermoesche – Lohnt sich der Preis?

Juli 1, 2020 in Wohnungseinrichtung

Holzterrassen gelten seit eh und je als zeitlos, elegant und schick, doch nicht selten ist der zu Anfang noch so schicke Blickfang nach einiger Zeit in einem maroden Zustand, muss permanent geölt werden oder weist Verfärbungen und Verformungen auf. Nicht selten wird dann auf beständigere Tropenholz ausgewichen, dass aufgrund anderer Eigenschaften eine deutlich längere Lebensdauer aufweist als so manch heimischer Baum. Da die Verwendung von tropischen Hölzern jedoch nicht wirklich klimafreundlich ist, scheint jetzt eine neue Lösung auf dem Markt Konkurrenz zu machen. Thermoholz, wie beispielsweise Thermoesche. Dabei wird das gewünschte Holz wärmebehandelt und in seiner Struktur dahingehend verändert, als dass die im Holz enthaltenen Zuckermoleküle ihre Anordnung verändern. Dadurch verspricht sich eine längere Lebensdauer bei gleichzeitiger Minderung des Schädlingsbefalls. 

Lösung der Zukunft

Ist Thermoholz also die Lösung der Zukunft für Holzterrassen und lohnt sich der Preis? Ja und nein. Thermoesche ist deutlich positiver was die Klimabilanz hinsichtlich der Holzauswahl angeht. Gerade die Verwendung von heimischen Hölzern wie Buche, Esche oder Co verringern die Ökobilanz deutlich. Dennoch sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass durch die Hitzebehandlung bei bis zu 210 Grad Celsius eine enorme Energiemenge in die Aufarbeitung dieser Holzsorten gesteckt wird, die sich ebenfalls wieder auf die Klimabilanz auswirkt. Ungeachtet dessen, ist die Wahl der Thermoesche für die eigene Gartenterrasse dennoch etwas, dass man sich durch den Kopf gehen lassen sollte. So ist das Thermoholz zwar in der Anschaffung etwas teurer, besticht dadurch aber durch eine enorme Langlebigkeit, ein elegantes zeitloses Design und einen verminderten Schädlingsbefall durch reduzierte Glukosemoleküle im Holz. 

Darüber hinaus sind Thermohölzer wesentlich witterungsbeständiger und weniger anfällig für Schimmel oder Quellen aufgrund von Wasseraufnahme. Ungeachtet dessen, sollten Sie sich auch den Nachteilen der Thermohölzer bewusst sein. So kann das Holz aufgrund der hohen Wärmebehandlung spröde und dadurch rissig werden, sodass gerade zu Anfang eine Splitterung möglich ist. Dennoch besticht die Thermoesche durch zahlreiche Vorteile. Beispielsweise ist das Holz durch die Hitzebehandlung in seiner Färbung einzigartig und kann, je nachdem wie intensiv die Behandlung angedauert hat, verschiedene Farbtöne annehmen. Weiter hat das Thermoholz eine bessere Wärmespeicherung und ist so gerade für den Barfuß-Bereich optimal geeignet. Darüber hinaus handelt es sich bei der Hitzebehandlung um ein natürliches Verfahren, bei dem weder Chemikalien zur Imprägnierung noch zu anderen Behandlungen zum Einsatz kommen. Dadurch wird die Umwelt weniger belastet und das Holz befindet sich in einem viel ursprünglicheren Zustand. Dennoch sei anzumerken, dass gerade zu Anfang noch ein leicht rauchiger Geruch von der neu verlegten Terrasse ausgehen kann, der eben durch das hitzebasierte Verfahren zustande kommt. Dieser verfliegt aber nach einiger Zeit, gerade im Freiluftbereich und ist indes auch angenehmer als der Geruch penetranter Chemikalien. Zusammengefasst lässt sich zum Preis-Leistungsverhältnis der Thermoesche konkludieren, dass sie hinsichtlich der Langlebigkeit, Resistenz und Witterungsbeständigkeit sowie Ökobilanz gut bis sehr gut abschneidet.

Fazit

Die Verwendung von heimischen Hölzern wirkt der Abholzung des Regenwaldes entgegen und sorgt darüber hinaus noch für eine regionalere Produktion. Preislich gesehen ist der Griff zum Thermoholz zwar etwas teurer, jedoch rentiert sich die Auswahl, beachtet man Kosten, die im Zuge einer imprägnierten Terrasse über die Jahre dazu addiert werden müssen, zumal die Lebensdauer deutlich geringer ist, als die der Thermohölzer. Dementsprechend kann hier also die Kaufempfehlung ausgesprochen werden, wenn die Wahl auf eine Holzterrasse mit Attributen einer Tropenholzterrasse fällt, diese jedoch nicht vertretbar erscheint.